Nachschlagewerk · A – Z
Glossar für & wider den grünen Jargon.
Fachbegriffe, die in unseren Beiträgen häufig vorkommen — kurz, eindeutig, mit Querverweisen. Von Bienenweide bis Staunässe.
B
- BestäuberJedes Tier, das Pollen von einer Blüte zur nächsten überträgt — Schwebfliegen, Käfer und Nachtfalter eingeschlossen, nicht nur Bienen.Ökologie
- BienenweidePflanzen und Flächen, die Bienen und anderen Bestäubern Nektar und Pollen liefern — der Begriff schließt alle Bienenarten ein, nicht nur Honigbienen.Ökologie
D
- DiapauseGenetisch programmierter, hormongesteuerter Ruhezustand bei Insekten, der den Stoffwechsel über Wochen oder Monate herunterfährt — meist als Anpassung an Winter oder Trockenzeit und nicht durch Wärme allein umkehrbar.Ökologie
- DrainageGezielte Ableitung überschüssigen Wassers aus Topf und Pflanzkasten über Abzugsloch, Drainageschicht und durchlässiges Substrat — damit Wurzeln nicht ersticken.Substrat
G
- Gefüllte BlüteBlütenform, bei der Staubblätter züchterisch in zusätzliche Blütenblätter umgewandelt wurden — optisch üppig, ökologisch meist wertlos, da kein Pollen zugänglich und der Nektarweg versperrt ist.Ökologie
- GründüngungGezielter Anbau zur Bodenverbesserung durch Strukturlockerung, Stickstoff-Fixierung und Erosionsschutz — die Pflanzen werden eingearbeitet, nicht geerntet.Substrat
H
- Heimische PflanzePflanzenart, die seit dem Ende der letzten Eiszeit ohne menschliche Einführung in einer Region vorkommt und durch Jahrtausende der ko-Evolution enge Verbindungen zur lokalen Insektenwelt entwickelt hat.Ökologie
- HochbeetErhöhtes Pflanzbeet mit einer Höhe von meist 60–90 cm, das rückenfreundliches Gärtnern erlaubt und durch Schichtaufbau aus grobem Strukturmaterial, Laub, Kompost und Pflanzerde eine eigene Wärme- und Drainagewirkung entfaltet.Konstruktion
- HonigbieneApis mellifera — die einzige domestizierte Bienenart in Mitteleuropa. Lebt in Völkern von bis zu 60.000 Individuen, überlebt ohne Imker und Varroabehandlung kaum.Ökologie
- Hummel-LebenszyklusHummeln leben in einjährigen Völkern. Königin überwintert allein, gründet im Frühjahr ein Volk, das im Herbst stirbt — nur Jungköniginnen überleben.Ökologie
M
- MahdzeitpunktZeitpunkt, an dem eine Wiese, ein Wildwiesen-Beet oder ein Trog mit Wiesenstauden zurückgeschnitten wird — entscheidend für Aussamung, Insektenangebot und das Überleben bodenbrütender Arten.Pflege
- MauerbieneMauerbienen (Osmia spp.) sind solitäre Wildbienen, die einzeln in Hohlräumen brüten. In Deutschland leben rund 50 Arten — die Rote Mauerbiene ist die bekannteste.Ökologie
- MulchenBedecken der Bodenoberfläche im Topf oder Beet mit organischem Material wie Rindenhumus, Stroh oder Rasenschnitt oder mit mineralischem Material wie Kies und Splitt — als Verdunstungsbremse, Unkrautunterdrückung und Bodenleben-Förderung.Pflege
- MykorrhizaSymbiose zwischen Pflanzenwurzeln und Bodenpilzen, bei der der Pilz für die Pflanze Wasser und Mineralstoffe — besonders Phosphor — aus einem deutlich größeren Bodenvolumen erschließt und im Gegenzug Zucker aus der Photosynthese erhält. Etwa 80 Prozent aller Landpflanzen bilden Mykorrhizen.Ökologie
P
- PermakulturDesignsystem nach natürlichen Ökosystem-Mustern für nachhaltige Produktion und Leben — 1978 in Australien von Mollison und Holmgren geprägt, mit 12 Prinzipien.Ökologie
- PollenanalogPollenanalog heißt Material, das Wildbienen statt echtem Pollen als Nestproviant einsammeln, weil es ähnlich aussieht oder riecht — meist mit fatalen Folgen für die Brut.Ökologie
- PolylektischPolylektisch heißen Wildbienen, die Pollen aus vielen Pflanzenfamilien sammeln — etwa 70 Prozent aller deutschen Wildbienenarten gehören zu diesen Generalisten.Ökologie
S
- StaunässeBodenzustand im Kübel, bei dem überschüssiges Wasser nicht abfließen kann — der Sauerstoff im Porenraum wird verdrängt, Wurzeln können weder Wasser noch Nährstoffe aufnehmen und faulen ab.Substrat
- SubstratWachstumsmedium für Pflanzen im Topf oder Hochbeet — mehr als nur Erde. Substrat kann mineralisch, organisch oder gemischt sein und bestimmt über Wasserspeicher, Drainage, Nährstoffhaltevermögen und pH-Wert das gesamte Wurzelklima.Substrat
- saatgutfestEigenschaft einer Sorte, deren Saatgut Generation für Generation sortenecht aufläuft — im Gegensatz zu F1-Hybriden, deren F2-Nachkommen variieren.Saatgut & Vermehrung
- sortenechtEigenschaft von Pflanze und Nachkommen, Sortenmerkmale wie Wuchs, Blüte und Aroma zu erhalten — setzt saatgutfeste Sorte und korrekte Bestäubung voraus.Saatgut & Vermehrung
T
- TrachtlückePhase im Jahresverlauf, in der wenig Pollen und Nektar verfügbar ist und Bienenvölker, Wildbienen sowie andere Bestäuber Nahrungsmangel erleiden — die zwei kritischsten Zeitfenster fallen in den Hochsommer nach der Lindenblüte und in das Frühjahr zwischen erstem Blühschub und Apfelblüte.Ökologie
- torffreie ErdePflanzsubstrat ohne fossilen Torf, das aus nachwachsenden Rohstoffen wie Kokosfaser, Holzfaser, Rindenhumus und Grüngutkompost besteht.Substrat